Wenn Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt werden, zählt jede Sekunde. Schnellstmöglich müssen die Patienten aus dem Autowrack befreit werden. Damit die Rettungskräfte wissen, wo das schwere Gerät angesetzt werden kann, gibt es Rettungskarten für jeden Fahrzeugtyp, die im Ernstfall Leben retten können.
Eine Rettungskarte sollte neben Warndreieck und Verbandskasten in jedem Auto vorhanden sein, raten die Kommandanten der Ziemetshauser Wehr. Es gibt leider keine einheitliche Platzierung von Airbags, Gasgeneratoren, Tanks, Batterien und Steuergeräten und auch die Karosserieverstärkungen werden von jedem Hersteller anders verbaut.
Neuartige Werkstoffe und neu entwickelte Antriebsmöglichkeiten wie Hybrid- oder Elektroautos sowie gasbetriebene Fahrzeuge stellen die Retter vor neue Herausforderungen. Die hydraulischen Rettungsscheren können nicht überall angesetzt werden, denn werden bei der Bergung nicht ausgelöste Airbags beschädigt, stellen diese ebenso eine Gefahr dar, wie Hochspannungskabel, die in Elektro- und Hybridfahrzeugen nahezu unsichtbar verlegt sind. Auch bei Autos mit Gastanks dürfen keineswegs Leitungen oder Sicherheitsventile verletzt werden. Hilfe bietet da schnell und einfach die Rettungskarte, die je Fahrzeugtyp und Baujahr anzeigt, wo die rettungstechnisch relevanten Teile verbaut sind und wo Rettungskräfte bei der Bergung oder dem Auftrennen des Fahrzeugs ansetzen können, ohne sich selbst und andere zu gefährden. "Es ist sehr gut, dass die Autos immer sicherer werden, jedoch ist dies teilweise problematisch für die Feuerwehr, denn jedes Auto ist anders aufgebaut. Daher ist es sinnvoll die Rettungskarte in jedem Auto mitzuführen, damit wir schnell mit unserer Arbeit beginnen und den Patienten aus dem Auto befreien können. Ganz wichtig ist es, diese einheitlich unter der Sonnenblende zu platzieren." unterstützt Andreas Faith, stellv. Leiter der Feuerwehr Ziemetshausen, die Initiative.
Je neuer das Fahrzeug ist, desto länger dauert die Personenrettung, hat der ADAC in einer Untersuchung festgestellt. Damit gerät die "Goldene Stunde", die für die erfolgversprechende Rettung von Unfallopfern steht, immer mehr in Gefahr. 20 Minuten für Alarmierung und Anfahrt, 20 Minuten für die Rettung von Unfallopfern und 20 Minuten für die medizinische Erstversorgung und Abtransport sind optimal, denn für innerhalb dieses Zeitplans geborgene Schwerletzte stehen die Chance sehr gut.
Dies hat die örtliche Wehr in diversen Übungen auch vor Ort geprüft und kann diese Aussagen nur bestätigen.
Jeder Autofahrer sollte die Rettungskarte seines Fahrzeugs im Internet auf der Internetseite des Herstellers herunterladen und farbig ausgedruckt hinter der Sonnenblende des Fahrers platzieren. Ein Aufkleber weist die Rettungskräfte auf die wichtige Rettungskarte hin. Diese Aufkleber können z.B. beim ADAC kostenlos angefordert werden.
Auch auf der Homepage www.rettungskarte.de kann man sich über dieses Hilfsmittel informieren und die Rettungskarte für sein Fahrzeug ausdrucken, welches inzwischen auch europaweit zum Einsatz kommt.
"Bei schweren Unfällen zählt oft jede Sekunde. Mit der Initiative Rettungskarte und den Hinweisaufklebern welche vom ADAC ins Leben gerufen wurde und welche wir aktiv unterstützen, wollen wir dazu beitragen, dass Rettungskräfte am Unfallort effektiv lebensrettend agieren können," erläutert Hansjörg Micheler, 1. Kommandant der Ziemetshauser Wehr, das Engagement der örtlichen Feuerwehr an der Aktion.
In Ziemetshausen bekommen sie die Aufkleber mit Schutzhülle für die Rettungskarte und Infobroschüre ab sofort im Rathaus und bei folgende örtlichen Kfz-Betrieben:

  • Hösle Auto GmbH
  • Maier Vinzenz
  • Miller Karl jun.
  • Reifen Mobil Riedler & Langer GmbH
  • Seefried Autohaus
  • Stammel Andreas
Informationen und Datenblätter:Rettungskarte
Für weitere Informationen stehen ihnen auch die Kameraden der Feuerwehr Ziemetshausen zur Verfügung.